Seit 2014 lese ich schon mit absoluter Hingabe über das Leben der sieben Schwestern und wie sich dieses nach dem Tod ihres Adoptivvaters verändert, als sie sich alle auf die Suche nach ihren Wurzeln machen.
Vor einem Monat ist nun endlich der siebte Teil der Serie "die verschwundene Schwester" erschienen. Nachdem die ersten 6 Teile ansatzweise parallel nach dem Tod von Pa Salt einsetzen und jeweils die Geschichte von Maia, Ally, Cece, Star, Tiggy und Elektra erzählen setzt Teil 7 an, wo 1-6 aufhören. Etwa ein Jahr nach Pa Salts Tod erhalten die Schwestern vom Anwalt der Familie die Nachricht, dass er die verschwundene siebte Schwester Mary gefunden hat. Es beginnt eine Carmen Sandiego-hafte Verfolungsjagd quer über den Globus, da Marys Mutter an verschiedenen Stationen der Weltreise die sie gerade unternimmt von 6 jungen Frauen verfolgt wird die behaupten ihre Tochter gehört zu deren Familie. Mary befürchtet aber dass ihre Vergangenheit sie eingeholt hat wegen der sie vor 35 Jahren aus Irland nach Neuseeland geflüchtet ist und will die ihr unbekannten Frauen nicht erklären lassen und ihre Tochter schützen...
Der historische Part des Romans spielt in Irland zur Zeit des Unabhängigkeitskriegs und beleuchtet die Welt der (old) IRA aus der Sicht einer Frau, Marys Vorfahrin. Der historische Teil ist meiner Meinung nach der, in dem das Buch glänzt. Ich war absolut gefesselt von Nualas Geschichte und dem Leben im Irland der 1920er.
In der Jetztzeit schwächelt das Buch leider massiv. Die Unterhaltungen zwischen den Schwestern wirken gestellt und lieblos, die Situationen sind ein total abstruser Versuch allen 6 Schwestern einen Auftritt im Buch zu verleihen. Auch wenn eine verlorene Schwester nach 35 Jahren zurück nach Hause kehrt kommen keinerlei Emotionen rüber, gar nicht.
Das Aller-aller-aller-aller-aller-aller-(aller-aller-aller-aller-aller-aller-aller-aller-....)-Schlimmste aber ist, dass es eine Metastory gibt und diese NICHT aufgelöst wird. Nach 7 Jahren weiß ich jetzt immer noch nicht, warum die 6 Schwestern adoptiert wurden, wer die 7. Schwester wirklich genau ist, wer Pa Salt war, was er eigentlich beruflich gemacht hat, was Zed Eszu und sein Vater Kreeg Eszu mit der ganzen Sache zu tun haben. Warum ihr Schiff bei der Seebestattung von Pa Salt vor Anker lag, und, und und. Die Autorin hat beschlossen, da das Buch schon über 500 Seiten lang war, dass sie einen 8. Teil über Pa Salt schreiben wird. Was einerseits ein schwerer Betrug an der Leser*in ist, da Band 7 als "Abschluss" und "letzter Teil" beworben wurde, andererseits....
Lucinda Riley ist am 11.06.2021 verstorben!
Der nun angekündigte 8. Teil steht also unter keinem guten Stern. Ich habe noch die Hoffnung dass sie evt. schon Manuskripte hatte bzw wusste wie die Geschichte ausgehen soll und das ihrem Sohn (ebenfalls Autor) in die Hände gelegt hat. Lucinda Riley hatte seit 4 Jahren gegen den Krebs gekämpft und daher evt vorgesorgt. Wir werden sehen. 😢
Zu guter letzt trauert mein kleines, gebrochenes Häschenherz nicht nur um eine Serie, die vielleicht nie ihr Ende sehen wird sondern auch um eine wunderbare Autorin die mir ganz, ganz viele glückliche und spannende und traurig-schöne Momente beschert hat.
Aus tiefstem Herzen,
Danke!
“Through the pain and the joy of the journey, I have learnt the most important lesson life can offer, and I am glad of it. The moment is all we have.” Lucinda Riley (1966-2021]

Dieser Review war echt eine Achterbahnfahrt 😶 Es ist echt immer doppelt traurig, wenn ein*e Autor*in stirbt, bevor sie das Werk vollenden kann 😢
AntwortenLöschenIch habs letzte Woche zufällig im Thalia entdeckt dass sie gestorben ist und bin da fast aus den Sandalen gekippt. Mein erster Gedanke war noch, schön, dass sie ihr Buch noch fertig gekriegt hat. Danach habe ich es erst fertig gelesen und gesehen dass sie auf der letzten Seite einen 8. Teil angekündigt hat. Es war auch für mich eine Achterbahnfahrt!
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