Buchclub 01/2021 Vienna

Ich (Ihre Hasität) habe mir gedacht für die Buchclub-Bücher könnten wir einfach jeweils einen Eintrag anlegen und alle können ihre Meinung dazu kommentieren.

Wir starten das Jahr mit:

Vienna, von Eva Menasse

Ich habe das Buch sehr genossen. Ich habe mich aber auch darauf eingestellt, dass es ein längeres Buch ist und eine Familiengeschichte umspannt. Das Buch ist tendenziell chronologisch erzählt, aber nicht wirklich. Jedes Kapitel umspannt ein Thema, meist geht es um eine bestimmte Person oder um eine bestimmte Phase in der Geschichte der Familie. Das ist sicher nicht jedermanns Sache. Ich habe es ein bisschen wie Episoden gelesen und nicht erwartet, dass irgendwas Großes dabei rausschaut  und wurde von dem Buch voll abgeholt. Besonders der Tennisclub SC Schneuzel hat mir solche Wiener Vibes gegeben! Hab mir total vorstellen können, dass diese Familie so existiert. Nicht mein bevorzugtes Genre, aber dieses Buch hat für mich echt funktioniert. 

...und immer eine steife Brise, Sarah L.

Kommentare

  1. Okayyyy, offensichtlich findet der Vorschlag keinen Anklang, good to know. Damit der Eintrag nicht ganz so traurig ist poste ich meine goodreads Rezension

    Ihre Hasistät

    Liest sich wie ein Telefonat mit meiner Mutter - irgendwie konfus, erzählt Dinge von Urstrumpftanten von denen du noch nie was gehört hast, lässt relevante Dinge weg weil sie denkt du weißt das eh schon, springt zwischen Themen hin und her und dazwischen kann man auch mal eine Zeit lang den Hörer weglegen weil eh net viel interessantes /relevantes passiert.

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    1. Ich finde den Vorschlag super! Spätestens nach dem nächsten Schreiburlaub wird hier mehr drinstehen, versprochen ;-)

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    2. Ich hab einfach nur sooo lange gebraucht, es fertig zu lesen ^^
      Die Idee ist spitze, Ihre Hasität! :-*

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  2. Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Ich mochte es. Ich mochte auch das Episodenhafte.

    Lange Zeit war ich mir nicht sicher, ob die Erzählerin tatsächlich existiert, da sie die meiste Zeit des Buches einfach nicht auftaucht. Ich habe mich in Theorien ergangen, dass sie die nie geborene Zwillingsschwester von irgendjemanden ist oder so was. Hat mich dann fast schockiert, dass sie dann doch tatsächlich aufgetaucht ist.

    Besonders geliebt habe ich das Kapitel über den Tennisclub S.C. Schneuzel. Das hab ich mir so gut vorstellen können! Vor allem diese Würfelmonster waren großartig.
    Erstaunlich fand ich, dass sich einfach alles irgendwie immer wiederholt hat. Irgendwie waren alle Frauengenerationen (zumindest die verheirateten) unglücklich. Die Großmutter, die Mutter, die Schwester...Die Erzählerin war irgendwie eine Spiegelung ihres Vaters, mit dem Harmoniebedürfnis. Dann hat man in jeder Generation mindestens einen Grantzapfen - die Tante Gustl, der Onkel, der Bruder...die Kindheiten der Kinder waren alle nur mehr oder weniger glücklich und so weiter.

    Besonders süß fand ich die Frau Erna. Die war einfach unglaublich toll geschrieben.

    Es hat sich schnell und zügig gelesen und die einzelnen Kapitel und Absätze haben mich jeder für sich, unterhalten. Keine großartig hochtrabende Lektüre, nichts allzu aufregendes, aber wundervoll wienerisch.

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  3. Ich war kein Fan von diesem Buch. Das lag möglicherweise daran, dass ich zu spät begonnen habe zu lesen und somit alle 427 Seiten an einem Wochenende durch gedrückt habe. Für mich wäre es wohl angenehmer gewesen, das Buch in kleineren Stückchen zu konsumieren und zum Ausgleich nebenbei etwas leichteres zu lesen.
    Ich fand leider keines der Familienmitglieder besonders sympathisch. Die Szenen in denen sich die Großmutter vor den Bomben versteckt, hat in mir wahnsinnige Angst und Beklemmung ausgelöst (sollten solche Szenen auch), aber da mir der Ausgleich mit einem leichteren Buch gefehlt hat, hab ich das nicht gut vertragen.
    Etwas das mich gleichermaßen irritiert wie unterhalten hat, war die Art wie die Autorin ständig Realität und Fiktion miteinander verschwimmen hat lassen. Für mich hätte das auch komplett biografisch sein können und ich hätte es der Autorin vermutlich geglaubt. Der Schreibstil ist wirklich leicht zu lesen und verstehen und voller wunderbarer Wiener Wörter.

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  4. Ich habe das Buch erst gestern zu Ende gelesen, weil ich es eben auch Episode für Episode gelesen habe (was dem Buch meiner Meinung nach auch gut tut). Mir gehts ähnlich wie Sarah - eigentlich nicht mein Genre, aber ich habs echt genossen, weils einfach sooo wienerisch war! Und auch wenn es eine fiktive Familie ist, so hätte es genau so eine Familie geben können. Ich war überrascht zu lesen, dass das ein Erstlingswerk ist (wenn ich mich jetzt nich grad ganz starkt vertue), denn das hat man dem Buch überhaupt nicht angemerkt! Hut ab auch von der Beobachtungsgabe der Autorin. Dass dem Großvater in der Kriegszeit einiges Schlimmes wiederfahren ist, wird ja immer nur angedeudet - aber ich hätte es zum Beispiel auch so gelesen, dass ihm der Zehennagel, der gezogen worden musste, deshalb auch so nahe ging, weil es wohl eine Verletzung in Zusammenhang mit dem Naziregime war? Auch das ist wieder sehr ehrlich - also dass der Großvater ganz eindeutig eine Geschichte zu erzählen hätte, die aber nie erzählt wurde. Auch die Figuren des Vaters und des Onkels, die ganz unterschiedlich mit der Vergangenheit umgehen - auch hier habe ich teilweise Verwandte wiedererkannt. Mir war das Buch dann zwischendurch ein bisschen zu lange. Aber ich muss sagen, dass mir auch das letzte Kapitel, in dem wir den Nandl, und sowieso alle Charaktere, nochmal treffe, gut getroffen war!
    (Was ich nur nicht verstanden habe war, warum der Bruder nach dem Streit nach Südamerika abgetaucht ist und dann nie wieder gesehen war?)

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