Schleudertrauma vom vielen Konfliktlösen, oder: Raybearer


Ich dachte nicht, dass sich das Buch in der Reading Challenge unterbringen lassen würde, aber siehe da: Erinnern und Vergessen ist ein wichtiges Thema für dieses Buch.

Ich habe auf Social Media schon vor Erscheinen des Buches viel Gutes darüber gehört und wir (Leen, Sarah Z und ich) waren schon mal drauf und dran, das Buch als Buddy Read zu beginnen - aber es war noch nicht erschienen. Also haben wir es uns für später vorgemerkt und "später" kam jetzt in den Weihnachtsferien. 

Raybearer ist ein Black Girl Magic YA Buch, das in einer Welt spielt, in der es Naturmagie, magische Kreaturen, Dämonen und jede Menge spezielle (magische) Fähigkeiten  - sogenannte hallows - gibt. Außerdem gibt es einen Kaiser und seinen ewigtreuen Rat, bestehend aus lauter begabten Personen aus allen Teilen des Reichs. 

Viel mehr will ich auch gar nicht verraten. Nur zum Motiv des Vergessens: Es geht zum einen darum, dass die Protaginistin und einige der wichtigsten Nebencharaktere Dinge haben, die sie gerne vergessen würden und auch zu vergessen versuchen. Und es geht zum anderen um das mutwillige Auslöschen von Geschichte, die dem Kaiser vielleicht nicht so recht ist, also um das Vergessen auf nationaler Ebene. Tatsächlich ein sehr spannendes Thema...

...nur leider ist das Buch nicht so spannend wie seine Geschichte. Hä? Wie denn das? Was ich damit meine ist: Die Welt ist spannend, die Konflikte interessant und die Charaktere liebenswert, sogar der Plot ist fesselnd, nur leider wird das Ganze nicht besonders geschickt erzählt. Konflikte werden oft aufgeworfen und wenige Seiten danach wieder aufgelöst, nach zwei Dritteln war ich mir immer noch nicht sicher, worum es denn jetzt eigentlich geht in dem Buch und Infodumping war wirklich nervig. Besonders der Anfang war sehr holprig, wo mehrere chronologische Zeitsprünge unter anderem dazu geführt haben, dass ich mich gefühlt habe, als hätte ich ein leserisches Schleudertrauma. Zwischendurch gibt es dann wieder Sequenzen, mit denen ich sehr zufrieden war, und dann war das ganze wieder irgendwie holprig und zu wenig kohäsiv. Mit einer radikalen Überarbeitung hätte hier wirklich etwas Beeindruckendes entstehen können, aber ich habe das Gefühl man hat sich mit "passt schon" und "gut genug" begnügt. Schade.

Wirklich faszinierend finde ich, dass Goodreads 57% 5-Sterne-Bewertungen anzeigt und nur 7% 3-Sterne-Bewertungen, wo ich mich dazuzähle. Irgendwas habe ich also verpasst...? Wer sich eine eigene Meinung bilden möchte, ich gebe meine Hardcover-Ausgabe gerne an Interessierte weiter. 

Alles Liebe und immer eine steife Brise,

Sarah L.

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