Bücher im Februar


Ich hab mich im Februar weiter an der HugopreisträgerInnenliste abgearbeitet, leider mit wenig positiven Überraschungen. Aber ich hab auch sehr gute Bücher gelesen, zum Beispiel gleich das erste in der Liste:

Alvarez, Walter: T.rex and the Crater of Doom: Wissenschaftsgeschichtliches Buch, das im Detail erzählt, wie Ende des 20. Jahrhunderts herausgefunden wurde, dass die Dinosaurier am Ende der Kreidezeit in Folge eines Asteroideneinschlags ausgestorben sind. Wie ein Krimi, nur halt Wissenschaft. Hat mir sehr gut gefallen. Und ein Titel, der Rick Riordans würdig wäre.

Asimov, Isaac: The Gods Themselves [Hugo 1973]: Dreiteilige Erzählung über eine Energiepumpe, die mithilfe eines Paralleluniversums funktioniert, aber auch deren (und unsere) physikalischen Gesetze ändert - was zu Problemen führen wird. Das erkennen allerdings nur wenige, und viele haben ein Interesse daran, dass sich nichts ändert, wegen der Gratisenergie... der erste Teil führt in das Universum ein anhand eines, der das Problem (aus Rachsucht) aufdecken mag; der zweite Teil enthüllt Details über das Paralleluniversum und warum dort kein Interesse daran besteht, etwas zu ändern; und der dritte Teil spielt auf dem Mond und führt zu einer Lösung. Ok, aber hat mich nicht gepackt, teilweise hab ich mich durchkämpfen müssen.

Brin, David: Startide Rising [Uplift 2] [Hugo 1984]: Ein Raumschiff der Erde, mit einer Mannschaft bestehend aus Delphinen, Menschen und einem Affen, hat zufällig eine uralte mächtige Flotte entdeckt. Viele galaktische Mächte wollen ihnen diese Entdeckung abnehmen, deswegen sind sie auf der Flucht und verstecken sich auf einem Planeten, während die anderen über ihnen im Weltall darum kämpfen, wer sie gefangen nehmen darf. Auf dem Planeten machen sie dann aber weitere interessante Entdeckungen. Ich hab mich fadisiert. Die verschiedenen Alientypen und die Einblicke in ihre Gesellschaften fand ich spannend (auch wenn sie fast ausnahmslos als brutale Unterdrücker dargestellt werden); die zum Teil internen Konflikte auf dem Planeten haben für mich das Buch nur unnötig verlängert.

Brin, David: The Uplift War [Uplift 3] [Hugo 1988]: Parallel zu den Geschehnissen aus Band 2 besetzen die vogelartigen Gubru den Planeten Ghant, der den Menschen zugesprochen und von ihnen und den upgelifteten Affen besiedelt wurde. 950 Seiten später ist nicht viel Erzählenswertes passiert. Ich finde das Konzept des Uplifting interessant, bei dem Tierarten so schlau wie Menschen werden und ähnliche Rechte bekommen, aber das Buch hätte über weite Strecken genauso funktioniert, wenn es um Erdvölker mit teilweise seltsamen Sitten gegangen wäre - ich vermisse das echt Alienhafte stark. Dazu kommen noch Kapitel, die wirken, als wären sie nur geschrieben worden, um unlustige Witze zu erzählen (z.B. ein Mensch schwingt sich wie Tarzan durch den Dschungel). Leider nichts für mich.

Brookmyre, Christopher: Fallen Angel: Familienurlaub in Portugal, diesmal anlässlich des Todes des Patriarchen, viele Jahre nach einem Urlaub mit tragischem Ausgang. Dabei kommen alte Sachen wieder auf den Tisch - was ist vor 16 Jahren wirklich passiert? Gut gemacht, wie immer bei Brookmyre.

Clarke, Arthur C.: The Fountains of Paradise [Hugo 1980]: Ein Buch über ein Projekt für einen Weltraumlift. Nebenthemen sind historische Geschehen an der Stelle der Erdbasis, die Mönche, die dort jetzt wohnen, technische Probleme beim Bau, und ein Besuch einer außerirdischen Sonde; am Ende noch ein Ausblick auf viele Jahrhunderte später. Hat mich wegen der Technik-Detailverliebtheit an die Mars-Serie von Kim Robinson erinnert; ganz gut geschrieben, aber ein bisschen fad war es dann doch? Kann leider nicht genau sagen warum; vielleicht haben mir die Teile zu wenig ein Ganzes ergeben, oder es war dann doch einfach zu wenig Inhalt außer halt dieses Projekt.

Clarke, Arthur C.: Rendezvous with Rama [Hugo 1974]: Ein Riesenraumschiff von Außerirdischen kommt ins Sonnensystem, und es ist nur kurz Zeit, es zu erforschen, bevor es durchgezischt sein wird. Das Buch erzählt von einer Expedition dorthin und was sie entdecken. Personen absolut flach und Handlung egal, es geht eigentlich nur um das Raumschiff und wie es funktioniert, aber das hat mich leider nicht genug interessiert. Man erfährt auch nichts über die Aliens oder deren Gründe, sie tauchen nicht mal auf. Fad.

Clarke, Susanna: Piranesi: Ein Mann erforscht einen Palast mit vielen riesigen Räumen und Statuen, und einem Meer im Erdgeschoß. Dabei lernt er mehr über die Welt und sich selbst. Schwer zusammenzufassen, ohne zu spoilern, und ich kann auch nicht wirklich sagen, warum es mir so gut gefallen hat, aber es war total flüssig zu lesen und ich wollte immer wissen, was als nächstes passiert. Und auch die Hauptperson hat für mich sehr gut funktioniert. Sehr schön!

Jemisin, N. K.: The City We Became [hoffentlich nicht Hugo 2021]: Eine Art Superheldengeschichte über New York. Die Stadt erwacht und einzelne Personen darin personifizieren ihre Stadtteile. Sie müssen sich zusammenfinden, damit die Stadt ganz geboren werden kann, weil es einen Widersacher gibt, die weiße Frau. Fad fad fad, ich bin überhaupt nicht hineingekommen. Die Kurzgeschichte am Anfang (der Prolog) war sehr gut, und es gab Vignetten über das Leben in New York. Es gab aber auch viele Klischees und die Gesamthandlung hat für mich überhaupt nicht funktioniert.

Le Guin, Ursula K.: The Left Hand of Darkness [Hugo 1970]: Reread. Die beschriebenen Gesellschaften finde ich immer noch interessant, die Flucht durch die Eiswüste zieht sich etwas zu lang.

Novik, Naomi: A Deadly Education [Scholomance 1]: Galadriel ist Außenseiterin an einer Magieschule, in der die SchülerInnen dauernd von Monstern angegriffen werden (sogenannten Mals) -- aber das würden sie außerhalb auch, und hier gibt es zumindest etwas an Schutz. Sie hat eine Begabung für Massenmordmagie, die sie nicht ausleben will. Orion, ein monsterkillender Mitschüler, fängt an, ihr nachzulaufen, und dadurch ausgelöst findet Galadriel FreundInnen und löst ein paar Probleme der Schule. Das erste Kapitel ist eine sehr gut geschrieben Einführung in die Welt; mit Galadriels abweisender Art hab ich mir eine Zeitlang schwer getan, aber am Ende bin ich wieder voll reingekippt und freu mich schon auf den nächsten Teil.

Pohl, Frederik: Gateway [Hugo 1978]: Aliens haben im Sonnensystem Artefakte hinterlassen, großteils unverständlich und/oder nutzlos, aber einige unglaublich praktisch. Außerdem hinterließen sie einen Asteroiden mit Raumschiffen. Diese Raumschiffe fliegen zu vordefinierten Punkten und zurück, aber man weiß nicht wohin, wie lange, oder was einen dort erwartet - eine Art Glücksspiel also mit dem eigenen Leben. Die Geschichte bringt uns die Welt näher anlässlich eines Mannes, der sich auf dieses Glücksspiel eingelassen hat, dabei reich wurde, aber auch viel verlor; halb in der Gegenwart durch seine Psychotherapiestunden, halb in Rückblenden. Interessantes Setup und Soziotop, hat mir gut gefallen.

Pohl, Frederik: The Merchants of Venus: Auf der Venus leben die meisten von den Touristen -- und müssen sie ausquetschen, damit sie überhaupt überleben können. Ein Mann, der dringend eine neue Lunge braucht, macht einen Ausflug mit einem Millionär und dessen Freundin, in der Hoffnung, neue Artefakte von Aliens zu finden. Eine Novelle in der selben Welt wie Gateway, war ok.

Strout, Elizabeth: Anything Is Possible: Aus der Sicht verschiedener Leute einer amerikanischen Kleinstadt werden in Vignetten ein oder mehrere Tage aus ihrem Leben erzählt, oft mit Rückblicken auf ihr früheres Leben. Im Jetzt passiert meist nicht viel, aber es kommen Erinnerungen an schwere Kindheiten oder zerbrochene Ehen oder Ähnliches hoch. Zusammen ergeben die Geschichten ein Sittenbild einer Kleinstadt im amerikanischen Heute. Es passiert nicht viel, aber irgendwie erzählt sie es doch so, dass es ein interessantes Buch bleibt - ich kann nicht genau festmachen, warum das funktioniert; und das trotz des Settings, das mich eigentlich nicht sehr interessiert.

Zelazny, Roger: This Immortal (...And Call Me Conrad) [Hugo 1966]: Auf der Erde nach einer großen Bombe sind weite Teile unbewohnbar oder verseucht und viele Menschen sind ins All geflohen. Dort wurden sie von Veganern entdeckt (nein, nicht tierproduktfreie Ernährungsanhänger, sondern Außerirdische von Vega) und die Erde ist heutzutage eine Art Ressort/Freilichtmuseum. Ein Veganer kommt auf die Erde und macht eine Rundreise mit der Hauptfigur Conrad, einem übernatürlich starken und alten Menschen. Sie begegnen Wesen wie aus Legenden und Conrad versucht draufzukommen, ob die Reise des Veganers einen guten Zweck hat oder er aufgehalten werden muss. Geht so bis ok, ich bin nicht ganz reingekommen, aber es war flüssig zu lesen.

Das war mein Februar. Wie war eurer?

Kommentare

  1. Crater of doom hört sich toll an. Und ich war viel zu amüsiert von den bösen veganern :D. Mein Februar war buchtechnisch schwach weil Ps5-technisch super :)

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  2. "950 Seiten später ist nicht viel Erzählenswertes passiert." Dein Durchhaltevermögen möchte ich haben ^^

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