Der Rest ist Schweigen


 Wiedermal ein Buch dass ich ohne die reading challenge nicht gefunden hätte. (A book that has won the Women's Prize For Fiction). 

Hamnet von Maggie O'Farrell

Und es hat mir sehr gut gefallen! 


Achtung SPOILER (im Ausmaß des Klappentexts, aber falls jemand gar nix wissen will):

Die Geschichte handelt von der Familie eines Stückeschreibers die Ende des 16. Jahrhunderts in Stratford-upon-Avon lebt (ja, genau diese!) und ein Kind verliert. Was mich leider fertig gemacht hat, ist dass das Buch in zwei Erzählsträngen stattfindet. Der früherer zu der Zeit als sich Agnes und ihr Mann kennenlernen und verlieben, der spätere ca. 10 Jahre danach, als ihr Sohn Hamnet erkrankt. Die Kapitel finden abwechselnd statt, das Hörbuch sagt dir das aber nicht und merkt das auch sonst nicht wirklich an. Bei Kapitel drei war ich so verwirrt dass ich erstmal googeln musste und dann von vorne angefangen habe. 

Ich hatte ja vorab Zweifel angeführt, ob sie mir das wirklich glaubhaft machen können. Klar, es  ist absolut furchtbar wenn ein Kind stirbt. Aber wir sind im Jahr 1585, die Lebenserwartung beträgt etwa 30 Jahre, Kinder (und Mütter!) sterben regelmäßig kurz nach der Geburt, zusätzlich wütet die Pest (die große Pest von London war erst 60 Jahre später aber es gibt immer wieder Quarantäne etc) und der schwarze Tod aus dem 14. Jahrhundert (1/3 der Bevölkerung starb) war den Leuten auch noch in Erinnerung. Da ist die Auseinandersetzung mit dem Sterben einfach eine andere als heutzutage. Nach dem Buch muss ich sagen, ich hatte absolut unrecht. Nicht nur dass mich das Buch emotional erwischt hat (musste es zeitweise weglegen) es macht auch in der Geschichte total Sinn warum die Beteiligten so reagieren und agieren wie sie es tun. Wirklich wunderbar geschrieben!

Den Sohn Hamnet hat es übrigens historisch belegt wirklich gegeben, er ist 1596 gestorben, 1601 erschien Hamlet.

Faszinierend ist auch, dass die Namen William und Shakespeare im ganzen Buch nicht vorkommen. Ich habe ein Interview mit der Autorin gelesen, dass der Name Shakespeare einfach mit solchen Vorstellungen und Erwartungen daher kommt dass es einen zu sehr aus der Geschichte herausreißt. Daher wird er nur als "der Sohn", "der Lateinlehrer", "der Vater" bezeichnet und das funktioniert echt gut.

“I am dead: Thou livest; . . . draw thy breath in pain, To tell my story Hamlet, Act V, scene ii”



Zusammenfassend: mit dem kleinen Hinweis dass die Kapitel in verschiedenen Jahren spielen klappt auch das Hörbuch sehr gut. Die Geschichte wird von einer faszinierenden weiblichen Hauptfigur getragen und befriedigt zusätzlich noch meine Liebe zu historischen Romanen. Klare Empfehlung!


Ihre Hasistät



Kommentare

  1. Ich will das unbedingt auch noch lesen!

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  2. Ich habs grad fertig gelesen. Ich fands auch toll - und unter anderem eben auch, dass Shakespeare nicht namentlich erwähnt wird. Ich muss sagen, von der Prämisse her (die ja mit der ersten Seite quasi angegeben wird) hätte ich mir ein anderes Buch erwartet - war daher zu Beginn etwas irritiert, dann von der Geschichte aber sehr angetan.

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