Interior Chinatown von Charles Yu
"You speak English well. Really well. It's almost like you don't have an accent."
Shit. Right. You forgot to do the accent.
Interior Chinatown schildert das Leben einer chinesischen Familie in Hollywood. Das ganze Buch ähnelt einem Filmskript und enthält viele Regieanweisungen sowie Szeneneinstellungen. Die handelnden Personen sind eng verwoben mit der Beschreibung der generischen Rollen die die Wus (und die anderen Bewohner Chinatowns) in Fernsehserie spielen. Die Rollen reichen von "Generic Asian Man #1" über "Special Guest Star" bis hin zu "Recurring" und (wenn man wirklich Glück hat) zu "Kung Fu Guy". Sobald man den Kung Fu Guy erreicht hat, stößt man an eine Grenze. Es ist praktisch unmöglich, es bis zum Generic Man zu schaffen, geschweige denn weiter. Willis Wu erzählt die Geschichte seiner Familie, das Kennenlernen seiner Eltern (alles als Filmszenen), und trifft dann das "Ethnically Ambiguous Girl", das, wie sie selbst sagt "von Männern aller Rassen objektiviert wird". Will scheint sich immer mehr in seinen generischen Rollen zu verlieren, ist er überhaupt noch eine Person oder nur noch eine Rolle?
Der Schreibstil ist sehr, sehr gewöhnungsbedürftig. Am Anfang bin ich so gar nicht hineingekommen, es war auch sehr repetitiv mit der Beschreibung der Rollen. Mit der Zeit hab ich dann hineingefunden, vor allem Dank der unterhaltsamen Audioadaption. In der zweiten Hälfte hat mir die Story auch viel besser gefallen.
Ein spannender Einblick in das Leben chinesischer Einwanderer in L.A. und den Umgang Hollywoods mit Statisten.
Ihre Hasistät

Das klingt echt speziell, aber intressant!
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