August

Nicht viel los im August und Urlaube, deswegen hab ich relativ viel gelesen...

Amis, Martin: Pfeil der Zeit: Ein Beobachter im Hirn eines Menschen erlebt dessen ganzes Leben rückwärts. Natürlich hat dieser auch ein schreckliches Geheimnis (das jeden mit der Gegenwartsliteratur vertrauten nicht sehr überraschen wird). Mir hat das Buch stellenweise sehr gut gefallen (z.B. die Beschreibung von Taxis), weil manche Erlebnisse rückwärts ablaufend entweder ziemlich gleich oder doch sehr stark anders als sonst sind. Storymäßig allerdings egal.

Brennan, Marie: Driftwood: Mosaiknovelle über den Längstüberlebenden in einer Welt, wo untergehende Kulturen am Rand auftauchen, immer kleiner werden, um dann in der Mitte zu verschwinden. Ok, aber ich glaub nicht, dass ich mir viel merken werde.

Brown, Eric: The Further Adventures of Sherlock Holmes - The Martian Menace: Nach einem durch eine Infektionskrankheit abgewehrten Angriff der Marsianer 1894 kamen sie ein paar Jahre später wieder und nahmen friedlichen Kontakt zur Erde auf. Sherlock Holmes und Watson werden eingeladen, einen Fall auf dem Mars zu lösen, müssen aber feststellen, dass der Besuch der Marsianer doch nicht so friedlich ist. Können sie etwas dagegen unternehmen? Unterhaltsame Mischung aus "Krieg der Welten" und Sherlock Holmes.

Cooper, Sarah: 100 Tricks to Appear Smart in Meetings: Humoristische Kritik an Methoden, die Leute in Treffen anwenden. Nett.

Fforde, Jasper: Early Riser: Das Buch spielt in einer Alternativwelt, in der die Menschheit seit immer schon Winterschlaf hält - nur Einzelne passen darauf auf, dass im Winter nichts Schlimmes passiert - so auch die Hauptfigur, die neu in ihrem Beruf ist und schnell schon gegen allerlei Regeln und Konventionen verstößt. Sehr unterhaltsam, weil die Welt in so vielen Details schlüssig dargestellt wird. Hat mir gut gefallen.

Hardinge, Francis: A Skinful of Shadows: Eine Mutter will ihre Tochter beschützen und flieht. Als sie unerwartet stirbt, wird die Tochter zurückgebracht und muss sich behaupten lernen in einer Familie, die mit Geistern interagiert. Gute Charaktere, spannende Geschichte, hat mir gut gefallen.

Hendrix, Grady: The Southern Book Club's Guide to Slaying Vampires: Ein paar Frauen in den 1990ern gründen einen Buchklub und lesen True-Crime-Bücher. Ein Mann zieht in ihre Gegend und Menschen fangen an zu verschwinden oder sich umzubringen. Eine der Frauen wird misstrauisch... Es fängt sehr leicht und locker an aber kippt dann schnell in eine eher horrorlastige Geschichte, wobei auch Alltags-/Beziehungsproblematiken einen größeren Raum einnehmen. Man darf sich nicht vom lockeren Stil der ersten Seiten täuschen lassen. Packend, aber ein bisschen düster für meinen Geschmack.

Jones, Stephen Graham: The Only Good Indians: Horrorgeschichte über vier Indianer, die vor vielen Jahren eine trächtige Elchkuh töteten, und an denen sich der Elchgeist rächen mag. Stilistisch durchaus gut geschrieben, aber inhaltlich hat es mich einfach nicht interessiert -- nach dem zweiten toten Indianer hab ich aufgegeben.

Jones, Tayari: An American Marriage: Ein junger Mann kommt (auch wegen seiner Hautfarbe) unschuldig ins Gefängnis. Das Buch beschreibt aus seiner Sicht sowie der seiner Frau und ihres besten Freundes, wie alle drei damit umgehen, und dass Beziehungen nicht einfach sind. Der Anfang war mir fast zu klischeehaft, aber die Figuren und ihre Entwicklungen haben mich dann dran gehalten, insbesondere auch, weil es der Autorin nicht um einfache Lösungen für klare Probleme geht, sondern um verschiedene gleichberechtigte Standpunkte. Gut.

Kinsella, Sophie: Twenties Girl: Eine junge Frau im Neugründungschaos ihrer Firma und den Scherben ihrer Beziehung sieht auf einmal den Geist ihrer Großtante und hilft ihr, ihren letzten Wunsch zu erfüllen. Dabei tritt natürlich auch ein neuer Mann in ihr Leben... hab mich gut unterhalten und es in einem Stück fertig lesen müssen.

Levithan, David: Every Day: A wacht jeden Tag in einem anderen Körper auf und kann auf deren Erinnerungen zugreifen. Aber dieser Tag ist anders - er trifft Rhiannon und verliebt sich in sie. Wie soll das gut gehen? Packend geschrieben, Ende ein bisschen zu offen.

Muir, Tamsyn: Gideon the Ninth [The Locked Tomb 1]: Eine Nekromantin und ihr Bodyguard werden als Vertreterinnen ihres Hauses in einen eher verfallenen Palast auf einer sonst verlassenen Welt eingeladen, um zu fast unsterblichen Kämpfern für den gottähnlichen Herrscher zu werden. Auch VertreterInnen andere Häuser sind da; bald nehmen sonderbare Ereignisse ihren Lauf. Ich hab mit dem Buch zwei Mal angefangen, beim ersten Mal bin ich überhaupt nicht reingekommen und hab nach 20 Seiten aufgegeben, beim zweiten Versuch (nach einer weiteren Empfehlung) war das Problem weg und nach ca. 50 Seiten war ich gefangen. Hat mir sehr gut gefallen.

Powers, Tim: The Anubis Gates: Eine Zeitreise geht schief und ein Akademiker strandet Anfang des 19. Jahrhunderts. Er schlägt sich als Bettler durch und wird in magische Projekte verwickelt. Sehr gut konstruierte Abenteuergeschichte mit Magie, Zeitreise und Werwölfen (ca.), trotzdem hab ich teilweise das Interesse verloren, ich glaub, es hat mich nicht genug gepackt dafür, was es sein will.

Pratchett, Terry: Unseen Academicals [Discworld 37]: Eine Mischung aus Romeo & Julia, Fußball und Prophezeiung. Ein sonderbarer hochbegabter Gnom? ist aus Unterwald an die Universität gekommen und macht dort niedrige Arbeiten; sein Freund, ein begnadeter Fußballer, verliebt sich in die Tochter aus dem Haus von Fans einer verfeindeten Mannschaft, und die Zauberer der Universität werden gezwungen, an einem Fußballmatch teilzunehmen. Unterhaltsam wegen einzelner (Ab)Sätze, aber nicht herausragend, die Handlung war mir eher egal.

Roanhorse, Rebecca: Black Sun [Between Earth and Sky 1]: Vor 300 Jahren hat eine wissenschaftliche Revolution die Götter besiegt oder vertrieben und beherrscht seitdem die Welt. Viel Zeit ist vergangen und die Wächter sind schwach geworden. Ein blindes Kind, das viel durchgemacht hat, ist als Behälter eines Gottes aufgebrochen, die Ordnung zu stürzen. Gute Charaktere in einem mittel- bzw. südamerikanischen Fantasy-Setting, hat sich recht flüssig gelesen, war aber irgendwie "nur" ok.

Shannon, Samantha: The Priory of the Orange Tree: Epische Fantasygeschichte mit Drachen, Prophezeiungen und (ein bisschen) Magie. Vor tausend Jahren wurde ein gewaltiger Drache eingesperrt, und es gibt Anzeichen, dass er ausbrechen und die Menschheit vernichten wird - aber ein paar Menschen aus aller Welt wollen ihn aufhalten. Es passiert viel und andere Leute hätten es auf eine Trilogie oder noch länger ausgedehnt. Trotzdem hat sich beim Lesen nicht wirklich ein Sog entwickelt - ich wollte wissen, wie es ausgeht, aber es war kein Pageturner.


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